Grenz-überschreitende Kooperation? – Kommunikation und Moodle machen es möglich!

2. April 2010 – 09:17 von Michael Tesar und Stefanie Sieber

Ein etwas anderer Rückblick auf einen Workshop

Die Moodlemoot 2010 BerlinMoodlemoot 2009 war schon lange Geschichte als neu entstandene Kontakte und Verbindungen begannen erste Früchte zu tragen. Eine erfolgreiche Kooperation zur Erstellung eines E-Books von Studierenden und jungen WissenschafterInnen (http://bloghauszweinull.net/e-book/) machte Lust auf mehr…

So wurde im November 2009 die Idee geboren, mit einer Alpen-übergreifenden Kooperation (Bamberg – Wien) einen Beitrag zur deutschen Moodlemoot 2010 in Berlin zu leisten. Den Gedanken der grenzüberschreitenden Kooperation wollten wir in unseren Workshop mitnehmen – Blended Learning mit Moodle-Unterstützung, die Übertragung klassischer Lehrkonzepte und Lerninhalte in Blended Learning Szenarien.
Anfänger, Fortgeschrittene  und Experten aus den Bereichen Schule, Hochschule, Erwachsenenbildung und Wirtschaft sollten die Möglichkeit bekommen sich in Kleingruppen zusammensetzen um sich gegenseitig – auch durch neue Blickwinkel auf die eigenen Inhalte – bei der Kurserstellung und der Übertragung ihrer existenten Konzepte in Blended Learning Szenarien zu unterstützen.

Die Vorbedingungen

Knapp drei Wochen vor der Moodlemoot erreichte uns dann der entscheidende Anruf. Wir hatten mit unserem Workshop buchstäblich „den Vogel abgeschossen“. 45 Anmeldungen waren aufgelaufen und weitere Anfragen trudelten immer noch ein. Wir standen vor der Entscheidung – Absage oder Konzeptanpassung.

Nach kurzem Nachdenken entschieden wir uns schließlich dafür, die entstandene Herausforderung anzunehmen und unser Konzept umzustellen, so dass eine derartige Gruppengröße möglich war. Natürlich war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr an eine individuelle Kurserstellung zu denken, doch durch die größere Gruppe erhofften wir uns einen umso intensiveren Dialog unter den einzelnen Gruppenmitgliedern und vor allem einen breiteren Erfahrungsschatz aus dem die einzelnen Gruppenmitglieder – uns eingeschlossen – profitieren konnten.

Wir informierten die Gruppe über die Veränderungen und freuten uns auf einen intensiven Workshop in Berlin! Unser Motto war offensichtlich – The more, the more intense, the better!

Der Workshop

Am 24. März 2010 um 10.00 Uhr fanden sich ca. 40 Personen im Erwin-Schrödinger-Zentrum in Berlin Adlershof ein – begierig die Voraussetzungen, Grundlagen und Besonderheiten des Blended Learning zu diskutieren. Der Workshop begann mit dem, was uns alle zusammengeführt hatte – dem Aufeinandertreffen von klassischem Lernen und E-Learning. Mithilfe eines kleinen – lustig aufgezogenen, aber durchaus ernsthaften – Rollenspiels gaben wir einen kurzen Überblick zu Vorteilen der einzelnen Extrempunkte und kamen schließlich zu unserem Thema – Blended Learning – als Kombination der Vorteile beider Sichtweisen. Gleichzeitig versuchten wir natürlich so alle TeilnehmerInnen aktiv in den Workshop zu holen und eventuelle Müdigkeit zu vertreiben. Im Anschluss wurden wir etwas konkreter – Michael stellte Kommunikation als einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren des Blended Learning heraus und wir zeigten einige Praxisbeispiele, einerseits zur Abbildung der Kommunikation in virtuellen Kursräumen mit entsprechender Verknüpfung zu Präsenzphasen, andererseits als Einstieg in den Hauptteil des Workshops – die Gruppenphasen!
Wir stellten für die Gruppenphase fünf Themen bereit, die sich im Vorfeld durch Diskussion im Forum als die dringlichsten erwiesen hatten.

  1. Grundlagen des Blended Learning
  2. Verzahnung des Präsenzunterrichts mit dem virtuellen Kursraum
  3. Gruppenarbeit in Moodle
  4. Selbständiges Lernen
  5. Beurteilungskonzepte im Blended Learning

Jede(r) TeilnehmerIn konnte zwei Themen frei wählen. Die Gruppenarbeit selbst lief in drei verschiedenen, aufeinander aufbauenden Phasen ab. Nach zwei intensiven Phasen zur eigentlichen Arbeit an den Themen, bildete eine Phase zur Dokumentation und Zusammenfassung der Ergebnisse für alle TeilnehmerInnen als Paket zum „mit nach Hause nehmen“ den Abschluss.
Es waren alles in allem sehr interessante und auch konstruktive sechs Stunden, so dass sich die Ergebnisse dieses Workshops schlecht umfassend zusammenfassen lassen. Sicherlich werden sich die persönlichen Ergebnisse auch individuell stark unterscheiden. Um dennoch einen Eindruck der entstandenen Impulse zu gewinnen hier eine Gesamt-Tag Cloud der fünf Arbeitsgruppen:

Die vorgesehene Zeit war natürlich zu viel kurz um alle Themen mit der angebrachten Ausführlichkeit zu diskutieren und vor allem zu einem abschließenden Ergebnis oder gar zu einer Lösung der Problematik zu kommen. Die Plenumsdiskussion zeigte aber deutlich auf, dass wir alle mit ähnlichen Problemen im „Blended Learning-Alltag“ zu kämpfen haben und der Erfahrungsaustausch diesbezüglich sehr wichtig ist.

Die Schlüsselfaktoren

Zahlreiche Schlüsselfaktoren wären im Zusammenhang mit Blended Learning zu nennen, jedoch wollen wir uns an dieser Stelle auf die, unserer Meinung nach, drei wichtigsten beschränken: Kommunikation, Medienkompetenz und selbstgesteuertes Lernen.

Die grenzübergreifende Kommunikation über die Alpen hinweg verlief zwar – von einigen, offensichtlich durch zu hohe Berge verursachten, Skype-Aussetzern abgesehen ;-) – reibungslos und äußerst effizient. Die Kommunikation innerhalb der Gruppe konnten wir leider trotz des Bewusstseins für diesen Erfolgsfaktor nicht immer zielführend steuern. Obwohl alle TeilnehmerInnen Erfahrung als Lehrende mitbrachten und Kommunikation zu Beginn des Workshops als einer der Erfolgsfaktoren des Blended Learning hervorgehoben wurde, konnte dieses Wissen in unserem Blended Learning Szenario (dem stattfindenden Workshop) nicht immer erfolgreich eingebracht werden. Rückblickend gelang es trotz Erfahrung aller Anwesenden mit Gruppenarbeiten (aus Sicht der Lehrenden) nicht immer die unterschiedlichen Interessengruppen (Schule, Hochschule, Erwachsenenbildung, Wirtschaft) und Erfahrungslevels so zusammenzubringen, dass alle Einzelpersonen gleichermaßen beteiligt waren und vor allem wie gewünscht profitieren konnten.

Mit dem Voranschreiten des Workshops wurde ebenso klar, dass neben Kommunikation auch die Medienkompetenz der Lehrenden und Lernenden als ein kritischer Erfolgsfaktor betrachtet werden muss. Das war uns zwar als Workshopleitern bereits im Vorfeld durchaus bewusst, aber dennoch überraschend zu beobachten. Irritiert waren wir, als kaum eine Wissensweitergabe der TeilnehmerInnen in den Gruppen stattfand, als neue Technologien (z.B. das Erstellen von Tag Clouds) eingesetzt wurden. Es gab hier leider kein „Miteinander-Erarbeiten“, sondern nur ein „Wer es kann, der/die macht es“. Dabei wäre diese kleine Lerneinheit prädestiniert gewesen voneinander und miteinander zu lernen. Diese Beobachtungen sind sehr kritisch zu betrachten und weiter zu hinterfragen.

Auch unser Gedanke, der eigenständigen praktische Umsetzung punktueller Aspekte oder des Einbringens vorhandener Praxisbeispiele innerhalb der Gruppe klappte ohne expliziten Hinweis und Anleitung leider nicht. Das zeigte klar auf, dass selbstgesteuertes Lernen ebenso ein gewisses Maß an Steuerung verlangt, denn ganz ohne ging es nicht.

Die beinahe omnipräsente Forderung nach Handlungsvorgaben oder Kursvorlagen können wir einerseits verstehen, die Erfahrung hat uns aber gelehrt, dass eine allgemeingültige Vorgabe nicht möglich ist – zu individuell sind die Anforderungen an die einzelnen Kurse / Lehrveranstaltungen. Jedoch kann man sich mit Erfahrung (Ausprobieren sowie durch Diskussionen mit KollegInnen) und Geduld Schritt für Schritt an ein Best-Case-Szenario heranwagen, das eingebettet wird in entsprechende Rahmenbedingungen.

Fazit

Mit unserem Workshopangebot haben wir einen immensen Bedarf aufgedeckt. Trotz dieses teils kritischen Rückblicks sind wir überzeugt, dass mit dem Workshop für alle TeilnehmerInnen – uns eingeschlossen – ein Schritt in die richtige Richtung gegangen wurde. Auch wurden die Schlüsselfaktoren in der Praxis sehr deutlich aufgezeigt (positiv wie negativ). Und am besten lernt man noch immer nach der Methode: „Learning by Doing“.
Weiters sind wir der Meinung – und Rückmeldung der TeilnehmerInnen bestätigen uns hier – dass durchdachte Blended Learning-Szenarien einen positiven Einfluss auf das Lernen und Lehren für alle Beteiligten haben können. Erste Fortführungen der Diskussionen und Ideen fanden bereits auf der anschließenden Hauptkonferenz der Moodlemoot 2010 statt.

Die Früchte des Workshops werden hoffentlich für alle TeilnehmerInnen nach und nach im Arbeitsalltag zum Tragen kommen! Wir hoffen mit diesem Workshop einen Erfahrungsaustausch auf längere Sicht angeregt zu haben und freuen uns selbst auf weitere interessante, intensive und erfahrungsreiche Diskussionen.

Weitere Rückblicke auf die Moodlemoot:

Johannes Maurek – elearning4me

Maik Riecken

Ulrich Weber

http://elearning.blog.uni-heidelberg.de

http://blog.e-learning.tu-darmstadt.de


“Wer abschreibt,…” – Über den Umgang mit studentischen Plagiaten in der universitären Lehre

23. März 2010 – 08:00 von Thomas Hainzel

Wer abschreibt...So lautete der Titel eines Vortrags von DI Mag. Dr. Michael Tesar, Stammautor und Initiator des Bloghaus 2.0, beim E-Learning-Impuls des E-Learning-Zentrums der Technischen Universität Wien am vergangenen Donnerstag (18. März 2010).

In einem etwa 25-minütigen Impulsreferat wurden Rahmenbedingungen und Gründe für Plagiate skizziert sowie Forderungs-, Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen im universitären Kontext vorgestellt:

  • Was ist überhaupt ein Plagiat und welche gesetzlichen Rahmenbedingungen gibt es?
  • Welche Eigenschaften sollten studentische Arbeiten im Hinblick auf den Wesenskern aufweisen?
  • Wo liegen praktische Probleme für Plagiate und welche Lösungsansätze bzw. Präventionsmaßnahmen für Lehrende gibt es?

In einer anschließenden Diskussion stellte das Auditorium (Lehrende aus unterschiedlichsten Fachbereichen) Fragen zu Definition und Erkennung von Plagiaten aber auch zu möglichen Maßnahmen und internationalen Vorbildern.

Lesen Sie alle Details zum Impulsvortrag sowie der Publikumsdiskussion im Artikel
“Wer abschreibt,…” Über den Umgang mit studentischen Plagiaten in der universitären Lehre… (PDF-Dokument, 130 KB)


“Quo vadis, E-Learning-Kompetenz-Zentren…?”

22. März 2010 – 14:59 von Michael Tesar

In Anlehnung an den Foren-Beitrag “Quo vadis, E-Learning” von Prof. Dr. Nicolas Apostolopoulos auf der GML² 2010 – Tagung, in dem über die Dezentralisierung oder Zentralisierung von E-Learning-Kompetenz-Zentren (oder wie auch immer sie heißen mögen) diskutiert wurde, möchte ich kurz aus meinen Erfahrungen skizzieren, welche Aufgaben so einem Kompetenz-Zentrum zuzuschreiben wären und wo die Herausforderungen für die Zukunft zu sehen sind.

Einige Entstehungsgeschichten von E-Learning-Kompetenz-Zentren (nehmen wir diesen Begriff als Synonym für fast alle Einrichtungen diese Art an) haben mich bislang begleitet. Manche davon sind gescheitert, einige davon erfolgreich umgesetzt worden und andere haben sich nach einer mehr oder weniger langen Orientierungsphase doch zu einer hilfreichen Einrichtung etabliert.

Die Gründe, warum der Aufbau entsprechender Kompetenz-Zentren scheiterte, sind meist die gleichen:

  • Mangelnde Kommunikation und Information in der eigenen Institution über das Bestehen einer solchen Einrichtung. Das resultiert in einer zu geringen Nachfrage des Angebotes und damit zum Verlust einer eventuellen Daseins-Berechtigung der Support-Einheit.
  • Zu wenig ausgebildete Spezialist/innen im E-Learning- und Medienbereich. E-Learning ist eng mit Didaktik verbunden. Grob formuliert: Ein/e Webseiten-Designer/in macht zwar schöne Webseiten, aber das macht ihn/sie noch nicht zu einer/m Experten/in im E-Learning-Bereich.
  • Die Interdisziplinarität stellte eine der größten Herausforderungen dar. Es bedarf für die Abdeckung der unterschiedlichen Bedürfnisse der Lehrenden auch entsprechende Fach-Expert/innen, die über E-Learning-Kompetenzen verfügen.
  • Mangelnde Kreativität und Experimentierfreudigkeit lassen viele Lehrende davor zurückschrecken, etwas “Neues” zu probieren. Motivationen seitens der Institutionsleitung (E-Learning Awards o.ä.) helfen dabei, neue didaktische Konzepte und multimediale Elemente in der Lehre zu etablieren.

Diese Gründe und ähnliche weitere sind sowohl in Firmen als auch Hochschulen zu beobachten gewesen. Ein oder zwei Personen mit den Agenden eines E-Learning-Kompetenz-Zentrums zu betrauen, die über mangelnde Fachkenntnis der einzelnen Lehrfächer verfügen und auch wenig mit den Lehrenden kommunizieren, ist zu wenig.

Lehrende wünschen sich aktive Unterstützung bei der zeitraubenden Erstellung von Lernmaterialien, die sie oft selber, auf Grund mangelnder Medienkompetenzen, nicht bewältigen können. Müssten sie auch nicht, das wäre eine von vielen Aufgaben von E-Learning-Kompetenz-Zentren. Auch externe Kompetenz-Zentren (mit Dienstleistungen on demand), wie z.B. el3.at, können mit solchen Tätigkeiten beauftragt werden und unterstützend agieren.

Ein wichtiger Aspekt ist der regelmäßige Austausch über neue Gestaltungsmöglichkeiten in der Lehre – “der frische Wind” für die Lehrveranstaltung sozusagen. Durch eine intensive Zusammenarbeit von E-Teachern und Lehrenden könnte es zu sehr guten Ergebnissen für die Lernenden kommen, die durch innovative Konzepte und erfrischende Gestaltungen sicher motivierter an die Erarbeitung von Lehrstoff herangehen.

Die Aufgaben, die Herausforderungen an E-Learning-Kompetenz-Zentren lauten zusammengefasst wie folgt:

  1. Offenheit aller Beteiligten für eine interdisziplinäre und institutionsübergreifende Zusammenarbeit in der Lehre, die sich letztendlich in einer steigenden Qualität des Lehrangebots positiv für die Lernenden auswirken soll.
  2. Aktive Unterstützung der Lehrenden bei der Erstellung von multimedialen Inhalten.
  3. Enge Kooperation mit Lehrenden um diese beim didaktischen Design Ihrer Lehrveranstaltungen zu unterstützen und die bestmöglichen Wege zur Realisierung unter zur Hilfenahme von webbasierten oder multimedialen Diensten vorzuschlagen.
  4. Schulungen zur Bedienung der E-Learning-Tools für Lehrende und(!) Lernende anbieten.
  5. Bereitstellungen von Informationen und Support-Angeboten, die für alle Mitarbeiter/innen und Lernende von Bedeutung sind. Viele Grundlagen einzelner Studiengänge oder Weiterbildungsangebote finden sich in zahlreichen Kursen wieder. Diese könnte man zentralisieren, was den Wartungsaufwand reduzieren würde und in den betreffenden Kursen mehr Freiraum für spezifischen Lehrstoff oder Diskussionen schaffen würde.
  6. Die Präsentation von Best-Practice-Beispielen ist eine weitere wichtige Aufgabe von E-Learning-Kompetenz-Zentren, denn nur so kann aufgezeigt werden, was möglich ist und die Kolleg/innen, die noch nicht E-Learning einsetzen, motiviert werden, dies einmal auszuprobieren.
  7. Die Vernetzung und Zentralisierung der E-Learning-Initiativen im eigenen Haus darf nicht vernachlässigt werden. In Zeiten von fehlenden Ressourcen und Einsparungen ist eine Bündelung der bestehenden ein unbedingtes Muss geworden. Darüber hinaus ist der Erfahrungsaustausch mit ähnlichen Einrichtungen unumgänglich. Denn oftmals werden Projekte realisiert, die ähnliche Inhalte haben. Hier wäre eine Kompetenzbündelung von großem Vorteil.
  8. Letztendlich ist die Präsentation der Aktivitäten nach außen ein Punkt, der vor allem neuen Studierenden oder Lernenden aufzeigen soll, wie Lehre tatsächlich stattfindet. Damit wird gerade bei Studienanfänger/innen die Möglichkeit geschaffen, sich bereits im Vorfeld gezielt zu informieren, was auf sie zu kommen wird.

Letztendlich darf man gespannt sein, wie sich die Zukunft von E-Learning-Kompetenz-Zentren (oder wie man sie auch immer nenne möchte) gestalten wird. Meine Erfahrung zeigt: Ohne geht es nicht, wenn man intensiv E-Learning betreiben und anbieten möchte. Aber ob es “mit” zu den gewünschten Ergebnissen führt, hängt stark von den einzelnen Akteur/innen ab. Dass sich kleinere Hochschulen oder Weiterbildungsanbieter kein eigenes E-Learning-Kompetenz-Zentrum leisten können oder möchten, ist verständlich. Hier wären institutionsübergreifende Initiativen oder die Einbeziehung externer Anbieter nach Bedarf sicher überlegenswert und mit geringeren Kosten verbunden.

Prof. Dr. Nicolas Apostolopoulos


Das war die GML² 2010 in Berlin

12. März 2010 – 16:02 von Michael Tesar

Anknüpfend an die hervorragende Tagung im vergangenen September, der E-Learning 2009, präsentierte das CeDiS die achte Auflage der GML² in Berlin. Eine Konferenz, die zunehmend wächst, in 2 parallelen Tracks Vorträge, Thementische/Foren und eine Posterausstellung zu bieten hat. Neben reichlich Raum zum Erfahrungsaustausch in den Pausen blieb meist auch Zeit für Fragen an die Vortragenden – dank einer straffen Moderation, konnte der Zeitplan dennoch stets eingehalten werden. Nur bei der E-Learning Preisverleihung kam es zur Überziehung – was zwar zu einem verspäteten Networking-Dinner führte – jedoch entschädigte die Vorstellung der Siegerprojekte die längere Wartezeit auf das Essen ;-)

Fünf interessante Projekte wurden in drei Kategorien ausgezeichnet – wir vom Bloghaus gratulieren ganz herzlich! Die Projekte sind unter http://www.e-learning.fu-berlin.de/beratung/foerderprogramm/foerderpreis/index.html anzusehen.

Sehr positiv hervorzuheben sind die Thementische / Foren, die eine sehr intensive Diskussion zu den Themen der Moderator/innen zulässt. Die dadurch generierten Ideen und Impulse können sehr gut in die eigene Arbeit mit aufgenommen werden. Als “Highlight” darf hier der als Ersatzprogramm angesetzte Thementisch “Quo vadis, E-Learning?” genannt werden, der sehr gut die aktuellen Herausforderungen der E-Learning-Akteure aufzeigte.

Einige zentrale Aussagen dieser Tagung möchte ich an dieser Stelle anführen:

Wissen 2.0 ist verteilter denn je, die Vernetzung der einzelnen Akteure gewinnt zunehmend an Bedeutung, allerdings wird dies in der Praxis oftmals vernachlässigt. Viele Einzelgespräche zeigen auf, dass ähnliche Projekte an unterschiedlichen Hochschulen / Universitäten durchgeführt werden, von denen man kaum etwas weiß – wobei gerade der Informations- und Erfahrungsaustausch untereinander sehr wichtig und fruchtbar wäre. Kooperationen würden Parallelentwicklungen von Softwarelösungen verhindern und Ressourcen bündeln für weitere Entwicklungen.

Die Zentralisierung der E-Learning-Aktivitäten in den einzelnen Institutionen darf nicht vernachlässigt werden, wobei anzumerken ist, dass die Individualität der einzelnen Lehrveranstaltungen wahre Herausforderungen an E-Learning-Zentren darstellen. Die interne Vernetzung der Aktivitäten, die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und der Austausch von Erfahrungen muss in diesem interdisziplinärem Kontext, in dem sich E-Learning bewegt, gefördert und gepflegt werden. Denn gemeinsam war schon immer mehr zu erreichen als alleine ;-) In weiterer Folge ist die Vernetzung nach außen, zu anderen Institutionen und auch zur Öffentlichkeit, ein wesentlicher Aufgabenbereich der E-Learning-Zentren. Gebündelte Kompetenzen sollen den Lehrenden als Unterstützung dienen, Dienstleistungsangebote zur Erstellung von Content den Erstellungsaufwand auf ein erträgliches Maß reduzieren.

Letztendlich stand und steht weiterhin die Diskussion im Raum, was der Begriff “E-Learning” und “Wissen 2.0″ überhaupt bedeuten. Wie in vielen Fällen üblich, lässt sich keine allgemeine Aussage treffen, zu unterschiedlich sind die Ansätze und Realisierungsmöglichkeiten, die mittlerweile Einzug in die Lehre gefunden haben. Einig ist man sich jedoch, dass Strukturen und Möglichkeiten von den Verantwortlichen geschaffen werden müssen erfolgreiche Konzepte der “early adpoters” im E-Learning in den Lehralltag zahlreicher Lehrveranstaltungen zu integrieren und zu fördern. Dass E-Learning in allen Bereichen der Lehre, egal Kleingruppen-Seminar oder Massenlehrveranstaltungen, erfolgreich eingesetzt werden kann, zeigte die Tagung sehr gut auf. Jetzt ist es an der Zeit E-Learning “alltagstauglich” zu machen.


E-Book “E-Learning: Hexenkessel oder Zauberstube?” ist online!

22. Februar 2010 – 21:22 von Michael Tesar

Endlich, das lange Warten hat ein Ende! Unser E-Book “E-Learning: Hexenkessel oder Zauberstube?” ist online.

Herausgegeben von Muna Agha, Thomas Hainzel, Gisela Hillenbrand, Stefanie Sieber und Michael Tesar.

Mit Beiträgen von Studierenden und jungen Wissenschafter/innen.

Sie finden es auf der Seite “E-Book“.

Wir wünschen viel Vergnügen sowie eine interessante Lektüre und freuen uns auf Kommentare und Rückmeldungen hier im Blog!