Das war die dt. Moodlemoot 2009 in Bamberg!
22. März 2009 – 13:27 von Michael TesarVon vielen bereits erwartet, folgt hier nun eine Rückschau zur 4. deutschen Moodlemoot 2009, die in der schönen bayrischen Stadt Bamberg an der Otto-Friedrichs Universität stattgefunden hat.

- Keynote von Martin
Sicher einer der Höhepunkte der diesjährigen Konferenz war die Keynote von Martin Dougiamas, der uns Appetit auf Moodle 2.0 machte. Zahlreiche Neuerungen sollen den Umgang mit Moodle weiter vereinfachen, so z.B. die Einbindung von Online-Repositorien, Usability-Verbesserungen (vor allem auch im Gradebook) oder aber auch eine individuelle Lernfortschrittskontrolle (man wird Aktivitäten als absolviert markieren können). Das sind nur einige der neuen Funktionalitäten, die uns mit Moodle 2.0 zur Verfügung stehen und den Moodle-Arbeitsalltag zahlreicher Anwender vereinfachen werden. Da stellt sich doch gleich die Frage, ab wann diese verfügbar sein werden? Doch da ist sich die Community selbst noch nicht ganz einig. Einige träumen vom Spätsommer 2009, andere vom Jahresende 2009. Glaubt man dem Kernentwicklerteam, ist eine Release im Jahr 2010 realistisch. Es heißt abwarten und die durchaus motivierte Roadmap zu verfolgen.
Nach der Keynote von Martin ging es bereits mit den einzelnen Vorträgen los, die in acht parallelen Tracks stattfanden und wirklich ein sehr breites Spektrum an Inhalten rund um den Einsatz und die Möglichkeiten von Moodle boten.
Ein Schwerpunkt lag heuer bei der Anbindung von Moodle an unterschiedliche Online-Repositorien, wie Mahara, Moodalis, Alfresco und anderen. Hier wurden einige Beiträge geboten, u.a. von Penny Leach oder André Krüger.
Neben den sehr gut angekommenen Preworkshops mit Entwicklern von Moodle, hat sich Helen Foster aktiv in der deutsprachigen Moodleszene eingebracht und begleitete u.a. den Vortrag “Das deutsche MoodleDocs-Projekt – ein Projekt mit Zukunft?!”. Die MoodleDocs stellen die offizielle Moodle-Dokumentation dar, die von der Moodle-Community betreut und geschrieben wird, eben unter der Leitung von Helen, in ihrer Funktion als Community-Managerin. Hauptziel der Docs ist, neben einer vollständigen Erläuterung aller Standard-Funktionen von Moodle, Beispiele für den praktischen Einsatz zu liefern und interessante Weblinks zu den einzelnen Themen zur Verfügung zu stellen. Derzeit gibt es die Docs in 28 verschiedenen Sprachen, neben Englisch (als “Original-Doku”).
Einige interessierte KonferenzteilnehmerInnen haben in dem Workshop “Wanted: MoodleDocs-Autoren! – Wir suchen MoodleDocs-Autoren – finden Sie hier zur Mitarbeit!” erstmals MoodleDocs Luft geschnuppert und Artikel erstellt bzw. geschrieben. Neben Gisela Hillenbrand, als Koordinatorin und Administratorin der deutschen MoodleDocs, freuen sich auch Jörg Weißenhorner und ich, als aktive MoodleDocs-Schreiber, sehr über den regen Zuspruch. Um das Projekt mit noch mehr Elan und Motivation voranzutreiben, wurden mir von Helen und Gisela Adminstrator-Rechte für die deutschen MoodleDocs zugewiesen – vielen Dank an dieser Stelle! Sollten Sie, liebe LeserIn Interesse an einer Mitarbeit haben, so wenden Sie sich bitte jederzeit formlos an einen von uns! Wir freuen uns über jeden Beitrag
Die große Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten von Moodle in den unterschiedlichsten Szenarien wurde in den vielen Vorträgen sehr gut behandelt. Eigentlich müssten alle aufgezählt werden, was den Rahmen dieses Beitrages sicher sprengen würde, daher sei an dieser Stelle noch einmal auf das Programm verwiesen. Begleitet wurden die Tracks von einem Catering, welches in den Pausen einlud zum umfangreichen Informationsaustausch und zur Diskussion.
Meine Kollegin Daniela Schremser, vom Department für Knowledge- und Business Engineering der Universität Wien, und ich haben mit drei Beiträgen aufgezeigt, wie mit (Open Source)-Tools die Funktionalitäten von Moodle erweitert bzw. wie ohne teure Lizenzkosten Lehrmaterialien erstellt werden können. Weiters haben wir unseren Plagiatsfinder Yaplaf++ vorgestellt, der über eine entsprechende Moodle-Schnittstelle verfügt.
Unsere Beiträge sowie Live-Mitschnitte finden Sie in der Dokumoot zur Moodlemoot.
Nach einem erfolgreichen ersten Tag klang der erste Konferenzteil mit einer Stadtführung und einem gemütlichen Beisammensein zum Abendessen aus. Auch hier war natürlich das Thema Nummer 1: Moodle, wie könnte es anders sein. Weitere Ideen wurden kreiert, kreative Lösungsvorschläge für individuelle Probleme erarbeitet oder über mögliche Einsatzszenarien diskutiert. Neben gutem Essen kam die gute Laune nicht zu kurz.
Der zweite Tag begann mit einer spannenden Keynote von Jochen Robes, in der es zwar nicht unbedingt um Moodle ging, sondern viel mehr um den generellen Einsatz von e-Learning und dessen Entwicklung. Schlagwörter wie “Bildung 1.0″ oder “e-Learning 1.0″ zeigten auf, dass noch viel Potential in diesem Bereich zur Verfügung steht, denn die vielfältigen Möglichkeiten des selbstgesteuerten Lernens sind nicht einmal ansatzweise erschöpft. Von einem “e-Learning 2.0″ in diesem Kontext zu sprechen wäre wohl noch zu früh.
Mein Resümee zur Keynote: Es wird all zu oft ein Fehler in der Entwicklung von e-Learningszenarien begangen: E-Learningprozesse bzw. -Angebote werden an der Zielgruppe vorbei entwickelt! Äußerst selten werden SchülerInnen oder Studierende in den Entwicklungsprozess miteinbezogen. So darf es nicht verwundern, dass die Akzeptanz der neuen Methoden und Möglichkeiten durch die Nutzer oftmals unter den Erwartungen der Verantwortlichen zu liegen kommt. E-Learning ist als ein interdisziplinärer Prozess zu verstehen, der von allen Beteiligten gemeinsam gestaltet und getragen werden muss.
Die weiteren Vorträge und Workshops, wiederum in acht parallelen Tracks, zeigten Szenarien und Einsatzmöglichkeiten auf und für jeden, egal ob Anfänger oder Moodle-Profi, war etwas dabei.
Zeitgleich stand an beiden Konferenztagen das “Dr. Moodle Service” bereit. Unter dem Oberbegriff “Moodle-Anwender für Moodle-Anwender” konnten große wie kleine Probleme rund um die Lernplattform Moodle gelöst werden, auch Dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Moodle-Entwickler Petr Skoda und David Mudrak oder auch Helen und Martin.
Begleitet von zahlreichen Diskussionen und Wiedersehen von KollegInnen, klang der zweite Konferenztag langsam aus, ehe im Closing dem Konferenzteam, das wirklich tolle Arbeit im Hintergrund leistete, von Ralf Hilgenstock, im Namen der Organisatoren, gedankt wurde. Auch an dieser Stelle von mir recht herzlichen Dank! Es war eine Freude von einem engagierten Team begleitet zu werden und wir, als ReferentInnen und/oder TeilnehmerInnen, konnten uns voll und ganz auf die Konferenz konzentrieren. Stets wurde für ausreichend Verpflegung gesorgt, immer war eine/r der HelferInnen – leicht erkennbar an den roten T-Shirts – verfügbar und selbst bei technischen Problemen wurde rasch geholfen. Vielen, vielen Dank!
Der Konferenzausblick auf die nächsten deutschsprachigen MoodleMoots macht Freude auf ein Wiedersehen mit der Community:
- Am 24. und 25. September 2009 findet die diesjährige österreichische MoodleMoot an der TU Wien statt.
- Neben einer Tageskonferenz in Elmshorn bei Hamburg am 18. September 2009 findet im März 2010 die 5. deutsche MoodleMoot in Berlin statt.
Wir freuen uns auf die kommenden Moodlemoots und auf ein Wiedersehen mit allen ambitionierten und begeisterten Moodlern.
Fröhliches moodlen

