Das war die GML² 2010 in Berlin
12. März 2010 – 16:02 von Michael TesarAnknüpfend an die hervorragende Tagung im vergangenen September, der E-Learning 2009, präsentierte das CeDiS die achte Auflage der GML² in Berlin. Eine Konferenz, die zunehmend wächst, in 2 parallelen Tracks Vorträge, Thementische/Foren und eine Posterausstellung zu bieten hat. Neben reichlich Raum zum Erfahrungsaustausch in den Pausen blieb meist auch Zeit für Fragen an die Vortragenden – dank einer straffen Moderation, konnte der Zeitplan dennoch stets eingehalten werden. Nur bei der E-Learning Preisverleihung kam es zur Überziehung – was zwar zu einem verspäteten Networking-Dinner führte – jedoch entschädigte die Vorstellung der Siegerprojekte die längere Wartezeit auf das Essen
Fünf interessante Projekte wurden in drei Kategorien ausgezeichnet – wir vom Bloghaus gratulieren ganz herzlich! Die Projekte sind unter http://www.e-learning.fu-berlin.de/beratung/foerderprogramm/foerderpreis/index.html anzusehen.
Sehr positiv hervorzuheben sind die Thementische / Foren, die eine sehr intensive Diskussion zu den Themen der Moderator/innen zulässt. Die dadurch generierten Ideen und Impulse können sehr gut in die eigene Arbeit mit aufgenommen werden. Als “Highlight” darf hier der als Ersatzprogramm angesetzte Thementisch “Quo vadis, E-Learning?” genannt werden, der sehr gut die aktuellen Herausforderungen der E-Learning-Akteure aufzeigte.
Einige zentrale Aussagen dieser Tagung möchte ich an dieser Stelle anführen:
Wissen 2.0 ist verteilter denn je, die Vernetzung der einzelnen Akteure gewinnt zunehmend an Bedeutung, allerdings wird dies in der Praxis oftmals vernachlässigt. Viele Einzelgespräche zeigen auf, dass ähnliche Projekte an unterschiedlichen Hochschulen / Universitäten durchgeführt werden, von denen man kaum etwas weiß – wobei gerade der Informations- und Erfahrungsaustausch untereinander sehr wichtig und fruchtbar wäre. Kooperationen würden Parallelentwicklungen von Softwarelösungen verhindern und Ressourcen bündeln für weitere Entwicklungen.
Die Zentralisierung der E-Learning-Aktivitäten in den einzelnen Institutionen darf nicht vernachlässigt werden, wobei anzumerken ist, dass die Individualität der einzelnen Lehrveranstaltungen wahre Herausforderungen an E-Learning-Zentren darstellen. Die interne Vernetzung der Aktivitäten, die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und der Austausch von Erfahrungen muss in diesem interdisziplinärem Kontext, in dem sich E-Learning bewegt, gefördert und gepflegt werden. Denn gemeinsam war schon immer mehr zu erreichen als alleine
In weiterer Folge ist die Vernetzung nach außen, zu anderen Institutionen und auch zur Öffentlichkeit, ein wesentlicher Aufgabenbereich der E-Learning-Zentren. Gebündelte Kompetenzen sollen den Lehrenden als Unterstützung dienen, Dienstleistungsangebote zur Erstellung von Content den Erstellungsaufwand auf ein erträgliches Maß reduzieren.
Letztendlich stand und steht weiterhin die Diskussion im Raum, was der Begriff “E-Learning” und “Wissen 2.0″ überhaupt bedeuten. Wie in vielen Fällen üblich, lässt sich keine allgemeine Aussage treffen, zu unterschiedlich sind die Ansätze und Realisierungsmöglichkeiten, die mittlerweile Einzug in die Lehre gefunden haben. Einig ist man sich jedoch, dass Strukturen und Möglichkeiten von den Verantwortlichen geschaffen werden müssen erfolgreiche Konzepte der “early adpoters” im E-Learning in den Lehralltag zahlreicher Lehrveranstaltungen zu integrieren und zu fördern. Dass E-Learning in allen Bereichen der Lehre, egal Kleingruppen-Seminar oder Massenlehrveranstaltungen, erfolgreich eingesetzt werden kann, zeigte die Tagung sehr gut auf. Jetzt ist es an der Zeit E-Learning “alltagstauglich” zu machen.

