E-Learning einmal anders

23. April 2009 – 10:46 von Michael Tesar

Unter E-Learning wird in den meisten Fällen ein Lernen mit Computern am Arbeitsplatz (Desktop-PCs) oder mobilen Geräten (PDA, Smartphones, Multimedia-Geräten, Notebooks, …) verstanden. Doch wer sagt, dass der eingesetzte Computer ein Computer im herkömmlichen Sinn sein muss – also mit Bildschirm, Tastatur, Maus, Lautsprechern etc. ? Dieser könnte doch auch situationsbezogen anders aussehen und so einen wesentlich höheren Lerneffekt erzielen.

Zielgruppen-orientiertes Design von E-Learning-Anwendungen oder Szenarien ist zwar vordergründig selbstverständlich, aber selten kann oder wird dies korrekt umgesetzt. Scheitert es doch oftmals an den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Die Bedürfnisse der Endanwender zu erkunden und diese Erkenntnisse in das E-Learning-Produkt einfließen zu lassen ist aufwändig, aber letztendlich notwendig um einen entsprechenden Erfolg beim Lernen zu erzielen. Denn niemand lernt gerne mit Unterlagen, die nicht ansprechend gestaltet sind und so demotivieren.

Und bevor ich nun zum eigentlichen Inhalt dieses Artikels vorstoße, noch ein dritter Punkt, der eine wichtige Rolle in der Entwicklung von E-Learning-Angeboten spielt: Die Farbe. Die psychologische Wirkung von Farben ist schon lange bekannt. Werbung zielt genau mit diesen Methoden auf unser Unterbewusstsein ab und Menschen merken sich vieles dadurch besser oder leichter. Warum also diese Effekte nicht auch im E-Learning-Bereich bewusst einsetzen und das Unterbewusstsein von Lernenden in den Lernprozess aktiv miteinbeziehen?

Die drei oben genannten Punkte wurden in einer “E-Learning-Anwendung” der etwas anderen Art berücksichtigt und eingearbeitet. Neben den Symbolen, die Auskunft geben, ob alles richtig gemacht wurde oder nicht, spielt auch die farbliche Hinterlegung eine wichtige Rolle. Wenn alles richtig gemacht wurde färbt sich die Anzeige grün, wurden Fehler gemacht, wird die Anzeige blau unterlegt. Rot scheint in diesem Fall doch etwas zu dominant zu sein, vor allem weil man hier nicht wirklich von “falsch” sprechen kann. Wovon ich rede?

Das “etwas andere” E-Learning-Beispiel, welches ich hier kurz vorstellen möchte, kommt aus der Autowelt: Der neue Honda Insight – ein Hybrid-Fahrzeug – ist mit E-Learning-Features zum Erlernen einer umweltschonenden Fahrweise ausgestattet. Neben einem Hybrid-Antrieb setzt der Hersteller auf zusätzliche Informationen und Rückmeldungen an die FahrerInnen um diesen eine verbrauchsarme Fahrweise beizubringen. Und dazu gehört nicht nur eine Verbrauchsanzeige, sondern zwei wesentliche Erweiterungen:

  1. Der Tacho wird je nach Fahrstil blau oder grün unterlegt. Wer verbrauchsarm fährt, kann sich über einen grün hinterlegten Tacho freuen. Aggressives Fahren und abruptes Bremsen färben das Tacho-Display blau. Eine gemäßigte Fahrweise lässt den Tacho blau/grün erscheinen.
  2. Das “Belohnungssystem”, der Gesamt-Eco-Score: Je vorausschauender und ökologischer das Fahrzeug bewegt wird, desto schneller und prächtiger beginnen die Pflanzen am Display zu blühen und zu wachsen. Fährt man zu aggressiv, wird zu viel CO2 ausgestoßen und die Pflanze wächst nicht weiter. Am Ende einer jeden Fahrt sieht man das Resultat der eigenen Fahrweise in Form dieser Pflanzen (bis zu 5). Abgerundet wird diese Information mit einer Gesamtwertung über die komplette Lebenszeit des Fahrzeugs.

Diese beiden Features des Fahrzeugs sollen die FahrerInnen dazu motivieren, umweltschonend unterwegs zu sein – und ganz nebenbei wird der Straßenverkehr auch ein wenig sicherer. Die FahrerInnen sollen also mit dem Fahrzeug aktiv lernen: Einerseits Treibstoff zu sparen (Umweltschutz) und andererseits sich eine ruhige Fahrweise anzueignen (Sicherheit). Und das ganz nebenbei, neben den alltäglichen Fahrten in die Arbeit, zum Supermarkt oder in den Urlaub.

Und ehrlich: Wer von uns hätte nicht lieber fünf blühende Blumen am Display anstatt kahler Stängel…?

Links: Bilder und Pressetext zum “Ecological Drive Assist System to enhance real world fuel economy


Das war die dt. Moodlemoot 2009 in Bamberg!

22. März 2009 – 13:27 von Michael Tesar

Von vielen bereits erwartet, folgt hier nun eine Rückschau zur 4. deutschen Moodlemoot 2009, die in der schönen bayrischen Stadt Bamberg an der Otto-Friedrichs Universität stattgefunden hat.

Keynote von Martin
Keynote von Martin

Sicher einer der Höhepunkte der diesjährigen Konferenz war die Keynote von Martin Dougiamas, der uns Appetit auf Moodle 2.0 machte. Zahlreiche Neuerungen sollen den Umgang mit Moodle weiter vereinfachen, so z.B. die Einbindung von Online-Repositorien, Usability-Verbesserungen (vor allem auch im Gradebook) oder aber auch eine individuelle Lernfortschrittskontrolle (man wird Aktivitäten als absolviert markieren können). Das sind nur einige der neuen Funktionalitäten, die uns mit Moodle 2.0 zur Verfügung stehen und den Moodle-Arbeitsalltag zahlreicher Anwender vereinfachen werden. Da stellt sich doch gleich die Frage, ab wann diese verfügbar sein werden? Doch da ist sich die Community selbst noch nicht ganz einig. Einige träumen vom Spätsommer 2009, andere vom Jahresende 2009. Glaubt man dem Kernentwicklerteam, ist eine Release im Jahr 2010 realistisch. Es heißt abwarten und die durchaus motivierte Roadmap zu verfolgen.

Nach der Keynote von Martin ging es bereits mit den einzelnen Vorträgen los, die in acht parallelen Tracks stattfanden und wirklich ein sehr breites Spektrum an Inhalten rund um den Einsatz und die Möglichkeiten von Moodle boten.

Ein Schwerpunkt lag heuer bei der Anbindung von Moodle an unterschiedliche Online-Repositorien, wie Mahara, Moodalis, Alfresco und anderen. Hier wurden einige Beiträge geboten, u.a. von Penny Leach oder André Krüger.

Neben den sehr gut angekommenen Preworkshops mit Entwicklern von Moodle, hat sich Helen Foster aktiv in der deutsprachigen Moodleszene eingebracht und begleitete u.a. den Vortrag “Das deutsche MoodleDocs-Projekt – ein Projekt mit Zukunft?!”. Die MoodleDocs stellen die offizielle Moodle-Dokumentation dar, die von der Moodle-Community betreut und geschrieben wird, eben unter der Leitung von Helen, in ihrer Funktion als Community-Managerin. Hauptziel der Docs ist, neben einer vollständigen Erläuterung aller Standard-Funktionen von Moodle, Beispiele für den praktischen Einsatz zu liefern und interessante Weblinks zu den einzelnen Themen zur Verfügung zu stellen. Derzeit gibt es die Docs in 28 verschiedenen Sprachen, neben Englisch (als “Original-Doku”).

Einige interessierte KonferenzteilnehmerInnen haben in dem Workshop “Wanted: MoodleDocs-Autoren! – Wir suchen MoodleDocs-Autoren – finden Sie hier zur Mitarbeit!” erstmals MoodleDocs Luft geschnuppert und Artikel erstellt bzw. geschrieben. Neben Gisela Hillenbrand, als Koordinatorin und Administratorin der deutschen MoodleDocs, freuen sich auch Jörg Weißenhorner und ich, als aktive MoodleDocs-Schreiber, sehr über den regen Zuspruch. Um das Projekt mit noch mehr Elan und Motivation voranzutreiben, wurden mir von Helen und Gisela Adminstrator-Rechte für die deutschen MoodleDocs zugewiesen – vielen Dank an dieser Stelle! Sollten Sie, liebe LeserIn Interesse an einer Mitarbeit haben, so wenden Sie sich bitte jederzeit formlos an einen von uns! Wir freuen uns über jeden Beitrag :-)

Die große Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten von Moodle in den unterschiedlichsten Szenarien wurde in den vielen Vorträgen sehr gut behandelt. Eigentlich müssten alle aufgezählt werden, was den Rahmen dieses Beitrages sicher sprengen würde, daher sei an dieser Stelle noch einmal auf das Programm verwiesen. Begleitet wurden die Tracks von einem Catering, welches in den Pausen einlud zum umfangreichen Informationsaustausch und zur Diskussion.

Meine Kollegin Daniela Schremser, vom Department für Knowledge- und Business Engineering der Universität Wien, und ich haben mit drei Beiträgen aufgezeigt, wie mit (Open Source)-Tools die Funktionalitäten von Moodle erweitert bzw. wie ohne teure Lizenzkosten Lehrmaterialien erstellt werden können. Weiters haben wir unseren Plagiatsfinder Yaplaf++ vorgestellt, der über eine entsprechende Moodle-Schnittstelle verfügt.

Unsere Beiträge sowie Live-Mitschnitte finden Sie in der Dokumoot zur Moodlemoot.

Nach einem erfolgreichen ersten Tag klang der erste Konferenzteil mit einer Stadtführung und einem gemütlichen Beisammensein zum Abendessen aus. Auch hier war natürlich das Thema Nummer 1: Moodle, wie könnte es anders sein. Weitere Ideen wurden kreiert, kreative Lösungsvorschläge für individuelle Probleme erarbeitet oder über mögliche Einsatzszenarien diskutiert. Neben gutem Essen kam die gute Laune nicht zu kurz.

Der zweite Tag begann mit einer spannenden Keynote von Jochen Robes, in der es zwar nicht unbedingt um Moodle ging, sondern viel mehr um den generellen Einsatz von e-Learning und dessen Entwicklung. Schlagwörter wie “Bildung 1.0″ oder “e-Learning 1.0″ zeigten auf, dass noch viel Potential in diesem Bereich zur Verfügung steht, denn die vielfältigen Möglichkeiten des selbstgesteuerten Lernens sind nicht einmal ansatzweise erschöpft. Von einem “e-Learning 2.0″ in diesem Kontext zu sprechen wäre wohl noch zu früh.

Mein Resümee zur Keynote:  Es wird all zu oft ein Fehler in der Entwicklung von e-Learningszenarien begangen: E-Learningprozesse bzw. -Angebote werden an der Zielgruppe vorbei entwickelt! Äußerst selten werden SchülerInnen oder Studierende in den Entwicklungsprozess miteinbezogen. So darf es nicht verwundern, dass die Akzeptanz der neuen Methoden und Möglichkeiten durch die Nutzer oftmals unter den Erwartungen der Verantwortlichen zu liegen kommt. E-Learning ist als ein interdisziplinärer Prozess zu verstehen, der von allen Beteiligten gemeinsam gestaltet und getragen werden muss.

Die weiteren Vorträge und Workshops, wiederum in acht parallelen Tracks, zeigten Szenarien und Einsatzmöglichkeiten auf und für jeden, egal ob Anfänger oder Moodle-Profi, war etwas dabei.

Zeitgleich stand an beiden Konferenztagen das “Dr. Moodle Service” bereit. Unter dem Oberbegriff “Moodle-Anwender für Moodle-Anwender” konnten große wie kleine Probleme rund um die Lernplattform Moodle gelöst werden, auch Dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Moodle-Entwickler Petr Skoda und David Mudrak oder auch Helen und Martin.

Begleitet von zahlreichen Diskussionen und Wiedersehen von KollegInnen, klang der zweite Konferenztag langsam aus, ehe im Closing dem Konferenzteam, das wirklich tolle Arbeit im Hintergrund leistete, von Ralf Hilgenstock, im Namen der Organisatoren, gedankt wurde. Auch an dieser Stelle von mir recht herzlichen Dank! Es war eine Freude von einem engagierten Team begleitet zu werden und wir, als ReferentInnen und/oder TeilnehmerInnen, konnten uns voll und ganz auf die Konferenz konzentrieren. Stets wurde für ausreichend Verpflegung gesorgt, immer war eine/r der HelferInnen – leicht erkennbar an den roten T-Shirts – verfügbar und selbst bei technischen Problemen wurde rasch geholfen. Vielen, vielen Dank!

Der Konferenzausblick auf die nächsten deutschsprachigen MoodleMoots macht Freude auf ein Wiedersehen mit der Community:

  • Neben einer Tageskonferenz in Elmshorn bei Hamburg am 18. September 2009 findet im März 2010 die 5. deutsche MoodleMoot in Berlin statt.

Wir freuen uns auf die kommenden Moodlemoots und auf ein Wiedersehen mit allen ambitionierten und begeisterten Moodlern.

Fröhliches moodlen :-)


Ankündigung: Deutsche Moodlemoot 2009 in Bamberg

10. März 2009 – 16:10 von Michael Tesar

In knapp einer Woche ist es wieder soweit: am 19. und 20. März 2009 findet in Bamberg (D) die diesjährige deutsche Moodlemoot statt. Begleitet von einer Preconference am 17. bzw. 18. März 2009 bietet die Konferenz ein beachtliches Programm mit insg. über 100 Einzelveranstaltungen zur Konferenz und 7 ein- bis zweitägigen Workshops im Rahmen der Preconference. Interesse? Lesen Sie selbst in der Programmübersicht oder im Gesamtprogramm nach!

Erwartet werden zahlreiche namhafte Gäste der Moodle-Community, wie dem Begründer Martin Dougiamas (der auch eine Keynote hält) und der Community-Managerin Helen Foster. Auch für die interessierten Techniker wird einiges geboten, so wird z.B. Petr Skoda (Moodle-Entwickler) einen Workshop zur Moodle-Entwicklung abhalten.

“Die Konferenz richtet sich an Neulinge, Fortgeschrittene und erfahrene Anwender aus den Bereichen Hochschule, Schule und Unternehmen und möchte den Einsatz von Moodle aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten. Die diesjährige deutsche Moodle-Konferenz steht vor allem unter dem Motto “Austausch”. Alle Interessierten sind eingeladen, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen, Ideen zu diskutieren und neue Inspirationen für die Arbeit mit Moodle zu finden.” e-teaching.org

Erstmals wird zur Moodle-Konferenz ein eigener Twitterfeed angeboten. Nähere Informationen dazu hat Ralf Hilgenstock in seinem Blog zusammengefasst. Am einfachsten ist es sich über search.twitter.com alle Tweets mit dem Schlagwort #moodlemootbb zu suchen und anschließend das Ergebnis als RSS-Feed zu abonnieren. Wer einen Twitter-Account besitzt ist herzlich eingeladen mit zu twittern.

Zusammen mit meiner Kollegin Daniela Schremser biete ich einige interessante Beiträge  (z.B. “Kombination von Moodle und browserbasierter Software” oder auch “yaplaf++ und Moodle – Ein Plagiatsfinder im Praxiseinsatz”) an.

Darüber hinaus freue ich mich, mit der dt. MoodleDocs-Administratorin Gisela Hillenbrand das dt. MoodleDocs Projekt vorstellen zu dürfen. Ebenso freuen wir uns schon auf zahlreiche neue Mitstreiter! ;-)

(Ergänzung: Kennen Sie eigentlich das Moodle-Dokumentationswiki? Gelesen bei  Ralf Hilgenstock :-) Danke!)

Auf Wiedersehen in Bamberg!


Ist Wissensarbeit 2.0 traumhaft oder traumatisch?

27. Februar 2009 – 21:44 von Michael Tesar

Die Titelfrage stellt Andrea Back in Ihrem ersten Aufruf zur Teilnahme am “WissensWert Blog Carnival Nr. 1″.

Zu Beginn meiner Antwort soll geklärt werden, was es mit dem Begriff der “Wissensarbeit” auf sich hat.  Eine erste Recherche via Duden und Wikipedia brachte keine Ergebnisse. Also weiter, nun muss eine bekannte Suchmaschine herhalten. Mal sehen, welche Informationen diese zu dem Begriff preis gibt. Und siehe da, gleich der erste Treffer liefert ein brauchbares Ergebnis:

“Wissensarbeit leistet, wer Wissen erwirbt, oder bestehende Wissensinhalte so umwandelt und kombiniert, dass neue Einsichten und Erkenntnisse entstehen. ” siehe wissensarbeit.de

Ein weiterer Treffer führt zur Diplomarbeit “Wissensarbeit mit Social Networks” von Johannes Kleske. Er definiert Wissensarbeit wie folgt:

“Wissensarbeit ist [...] das Hantieren mit und das ständige Überarbeiten von Wissen, das sich fortwährend weiterentwickelt.” S. 8 und weiter
“Lebenslanges Lernen ist eine Grundbedingung für einen Wissensarbeiter. Er muss offen gegenüber Neuem sein und dies in einen Kontext einordnen können. Um mit der Informationsflut zurechtzukommen und sie sogar zu nutzen, braucht ein Wissensarbeiter Techniken zum Sortieren, Analysieren und Archivieren von relevanten Informationen.” S. 10

Gut, wir hätten einen groben Überblick über die Thematik. Offensichtlich drängt sich der Vergleich des Wissensarbeiters mit einem Wissenschaftler auf und allzu große Unterschiede in den inhaltlichen Definitionen sind wohl nur schwer auszumachen. In der Wikipedia wird Wissenschaft / Wissenschaftler wie folgt definiert:

“Wissenschaft ist die Erweiterung des Wissens durch Forschung, seine Weitergabe durch Lehre, der gesellschaftliche, historische und institutionelle Rahmen, in dem dies organisiert betrieben wird, sowie die Gesamtheit des so erworbenen menschlichen Wissens.”

Als vordergründig einziger Unterschied ist festzuhalten, dass die Wissensarbeit per Definition die Lehre nicht umfasst. Eine genaue Differenzierung der beiden Begriffe würde wohl den Rahmen dieses Beitrages sprengen und auch am Thema vorbeizielen. Die Gemeinsamkeiten: Wissensarbeit umfasst ebenso wie Wissenschaft das Lernen, Hinterfragen, Zusammenfassen, Reflektieren – es spiegeln sich hier die Grundkonzepte der wissenschaftlichen Arbeit wieder. Bedeutet das nun in Folge: Wissenschaft = Wissensarbeit + Lehre? Vermutet darf es werden.

Bleibt zu klären, was unter Wissensarbeit 2.0 zu verstehen ist. Es zeigt sich immer mehr, dass “2.0″ zum Schlagwort der heutigen Zeit geworden ist. Der Begriff “Web 2.0″ wird oftmals überstrapaziert, auch wenn sich die wenigstens konkret etwas darunter vorstellen können. Viele betrachten das Web als das was es ist, egal ob Web 1.0 oder 2.0 oder X.0 drauf steht. User generated Content, jeder kann Autor werden / sein, dominiert das heutige Web. Neben professionell aufbereiteten Inhalten unterschiedlichster Verlage, Agenturen, Institutionen und Firmen stehen immer mehr Inhalte von Laien zur Verfügung. Das Web ist dadurch eine Wissensquelle, Unterhaltungswelt, Spielwiese, Marketingmaschine und letztendlich für viele auch tagtägliche Arbeitsstätte.

Technisch hat sich an den Grundlagen nicht viel verändert, aber die aktive Partizipationsmöglichkeiten und vor allem die Vereinfachungen des Zugangs zu den selbigen lassen es verständlich erscheinen, von einer neuen Version des Internets zu sprechen.

Somit lässt sich der Begriff “Wissensarbeit 2.0″ dazu zusammenfassen, dass man Wissensarbeit betreibt, unterstützt von den zahlreichen Möglichkeiten des Web 2.0, des “Mitmach-Webs”, und dazu auch alle Kommunikationsformen der heutigen Zeit nutzt.

Um nicht allzu weit auszuholen: Was früher der Reiter mit einer Nachricht war, später der Brief und das Telefon sind heute E-Mail und Handy. Was früher Zeitungen, Bücher und Bibliotheken waren, sind heute Webmagazine, Blogs, digitale Bibliotheken mit Suchmaschinen. Fast keine der traditionellen Informationsübermittlungsmethoden bzw. Informationsquellen sind verschwunden, sie werden nach wie vor parallel zu den neuen Methoden angeboten und genutzt. Jedoch: Heute dominieren Online-Dienste die Informationsübermittlung. E-Mails sind nicht mehr wegzudenken, RSS-Feeds dienen der gefilterten Informationsbeschaffung aus einer Vielzahl von Quellen und Kurznachrichten via Twitter erfüllen neben sozialen Aufgaben auch informative.

Aber welche Vor- und Nachteile bringen die neuen Informationstechnologien für die Wissensarbeit mit sich?

Kann ich mit Web-2.0-Tools effektiver mit Information und Wissen umgehen?

Ob man mit Web 2.0-Tools effektiver mit Informationen und Wissen umgehen kann als ohne sie, ist eine Frage, die jeder für sich beantworten muss. Sicher ist es einfacher geworden auf Informationen zu zugreifen, vor allem auch die Geschwindigkeit der Informationsweitergabe ist deutlich gestiegen. Damit ist aber auch die Informationsdichte in die Höhe geschnellt und wir werden beinahe mit einer Unmenge an Informationen und somit auch Wissen überrollt. Folglich kommt es darauf an, wie jeder für sich die Konsumation von Informationen organisiert. Erst dann kann entschieden werden, ob dies effektiv ist oder nicht.

Vielfach kann auch beobachtet werden, dass Wissensarbeit mit Web 2.0 Tools von dem “sich im Web verlieren” bzw. “Lost in Cyberspace” begleitet wird. Schnell folgt man einem interessanten Link, liest, recherchiert weiter und entfernt sich zunehmend vom eigentlichen Thema.

Es kommt aber auch darauf an, wie man die Effektivität messen / beziffern möchte, mit der man Informationen und Wissen bezieht / verarbeitet oder nutzt. Es bedarf einer entsprechenden Portion Selbstdisziplin sich im Falle einer gezielten Informationsbeschaffung nicht zu sehr von der eigentlichen Rechercheaufgabe ablenken zu lassen.

Positiv entwickelt sich die Verwendung von sozialen Netzwerken zur gezielten und effektiven Weitergabe von Informationen. Freunde / Kollegen empfehlen einem interessante Links auf Texte und Inhalte, von denen sie glauben, dass sie einen interessieren könnten. Hin und wieder ist die ein oder andere Empfehlung unbrauchbar, aber im Großen und Ganzen funktioniert diese Art der Informationsweitergabe -  die persönliche Empfehlung – sehr gut.

Man kann Web 2.0 Tools auch für eine effektivere Informationsbeschaffung und -verarbeitung heranziehen als dies mit traditionelleren Methoden möglich wäre, wenn man es schafft, die Informationen (deren Dichte, durch das Medium Internet bedingt, steigt) gezielt zu organisieren und die verwendeten Tools korrekt einzusetzen. Letzteres setzt voraus, dass man sich mit den verwendeten Diensten / Angeboten intensivst auseinandersetzt und den Umgang mit diesen erlernt, denn viel Zeit verstreicht durch die falsche Anwendung oder den falschen Einsatz und dann ist der Zeitgewinn durch die Web-Technologien, den man auch durchaus als Faktor zur Effektivität der Informationsbeschaffung hinzurechnen muss, wieder verloren.

Verbessern sich die Produktivität und Qualität der Arbeit?

Kurz und bündig: Meiner Meinung nach nicht. Warum? Es liegt am eigenen Arbeitsstil und der Selbstmotivation wie produktiv und qualitativ man arbeitet oder nicht. Und ob Informationen aus traditionellen Medien gewonnen werden oder aus den “neuen” (welche anschließend kritisch hinterfragt werden müssen), spielt für die Qualität kaum eine Rolle – vielleicht beim Aspekt der Aktualität der Informationen.

Wichtig ist hier vielmehr, wie vorliegende Informationen bewertet werden. Die Information per se kann sowohl aus einem Buch von guter Qualität sein, wie auch z.B. aus dem Internet oder einer beliebigen anderen Quelle. Es obliegt der eigenen kritischen Betrachtung das Beste aus seinen Quellen herauszuholen.

Werden die Vorteile der neuen Arbeitsmittel durch negative Seiteneffekte überkompensiert?

Vermutlich ja. Nach wie vor eine große Unbekannte in der Anwendung der neuen Arbeitsmittel bzw. der Web 2.0 Technologien oder des Internets ist die Reaktion der Gesellschaft oder sollte man besser sagen die Auswirkungen auf die Gesellschaft?! Wie geht die Gesellschaft mit einem Überangebot an Unterhaltungsmedien und Informationen via Internet um? Wie sehr verändern die neuen Methoden zur Wissensvermittlung und -generierung die Gesellschaft? Wird der sozial isolierte und gleichzeitig gläserne Mensch Wirklichkeit?

Um diese Fragen zu beantworten gibt es das Internet, in Relation zum Bestehen der Menschheit, noch viel zu kurz. Erste Anzeichen einer Überkompensation – einem Überwiegen der Nachteile – sind sicher zu erkennen und sollten sehr wohl ernst genommen werden. Burn-Out, Reizüberflutung und mangelnde Sozialkompetenzen sind nur einige Schlagwörter, die immer wieder zu lesen sind.

Unabhängig davon muss man Informationen aus dem Internet stets kritisch hinterfragen und verifizieren. Eine gesunde Skepsis muss gewahrt bleiben, Lehrende müssen Lernenden an eine Arbeitsweise heranführen, die es erlaubt Informationen zu prüfen und gleichzeitig versucht die Weiterverbreitung von Falschinformationen zu unterbinden. Das ist wohl die größte Herausforderung in der Nutzung des Internets und Web 2.0 als Informationsquelle.

Mittels korrekter Wissensarbeit (oder besser: korrekter wissenschaftlicher Arbeit?), die man von  Grund auf gelernt hat, ist man in der Lage potentiell falsches oder ungültiges Wissen von richtigem, wahrem Wissen zu unterscheiden. Der Aufwand Wissen aus dem Web zu verifizieren ist sicher zu dem Recherche-Aufwand der Wissensarbeit vergangener Tage hinzuzurechnen. Früher gab es kein Internet, die Verifikation beschränkte sich meist auf gedruckte Publikationen. Folglich steigt in der heutigen Zeit der Aufwand, denn ich bezweifle, ob der leichtere und schnellere Zugriff auf (ehemals gedruckte) Publikationen über das Internet den Mehraufwand wett machen kann.

Und ein weiterer Nachteil darf nicht unerwähnt bleiben: Für unehrliche Wissensarbeiter ist es mittlerweile deutlich einfacher geworden fremdes Wissen als ihr eigenes auszugeben. Fast nichts mehr ist leichter, als Webseiten zu kopieren und in die eigene Arbeit aufzunehmen. Dass in diesen Fällen auch korrekte Zitate und Quellenangaben nötig sind, wird oftmals (un)wissentlich vergessen.

Wie verläuft der persönliche Lernprozess, sich diese Arbeitspraktiken anzueignen?

Mein persönlicher Lernprozess ist von einem fortwährenden “learning-by-doing” gekennzeichnet, begleitet von einem konsequenten kritischen Hinterfragen, welche Vor- und Nachteile eine neue Arbeitspraktik mit sich bringt. Ein jedes Ausprobieren einer neuen Technologie oder Dienstes zeigt, dass man die Selbstdisziplin besitzen muss, sich von den eigenen zentralen Aufgaben nicht zu sehr zu entfernen und sich nicht ablenken lassen darf – was in der anfänglichen “Alles-ist-neu-und-muss-probiert-werden”-Phase sicher nicht für jeden ganz einfach ist.

Und dennoch sollte man in der virtuellen Welt der Informationen niemals auf die Realität vergessen: Mit jedem neuen Tool, das man einsetzt, verbringt man noch mehr Zeit vor dem Rechner.  Lösten anfangs statische Webseiten und die Nutzung von E-Mails uneingeschränkte Freude aus, müssen E-Mails heute schon gut vorsortiert und von Spam befreit werden, um effektiv gesichtet und bearbeitet zu werden. RSS erleichterte die Aufbereitung von Informationen und man war stets aktuellst informiert – nun hat man mehrere Dutzend Feeds abonniert und stellt sich die Frage: Wann liest man denn das alles? Und dann noch unzählige Foren und Blogs, an denen man partizipiert… Also an Informationen und Verarbeitungsmöglichkeiten mangelt es sicher nicht, sondern an der Zeit!

So komme ich zum Schluss: Nicht jede neue Arbeitspraktik muss mitgemacht werden, nicht alles muss ausprobiert werden. Man sollte sich sein ganz persönliches Portfolio – den eigenen Werkzeugkasten – zusammenstellen, mit dem man der Informationsflut entgegen treten möchte.

Und um die Eingangsfrage zu beantworten: Wissensarbeit ist traumhaft. Neue Methoden und Anwendungen im Web erleichtern den Zugriff auf Informationen und Wissen. Nachteile sind natürlich vorhanden – kein Vorteil ohne Nachteil – aber letztendlich entscheidet man selbst, wie stark die Nachteile ausfallen: Wenn man sich gut organisiert sowie die aggregierten Informationen entsprechend filtert und aufbereitet, dann kann man durchaus von effektiver und gewinnbringender Wissensarbeit mit dem Internet (Wissensarbeit 2.0) sprechen.


Moodle: Jahre sind nicht genug…

22. Februar 2009 – 21:10 von Michael Tesar

Inspiriert von einem aktuellen Beitrag von Maik Riecken und einem “Antwort”-Beitrag von Ralf Hilgenstock soll die Diskussion weitergeführt werden:

Verändert Moodle wirklich die Lehre oder besser: Wozu überhaupt Moodle?

Einige Jahre Einsatz von Moodle in den unterschiedlichsten Szenarien hinterlassen nicht nur Spuren in der eigenen Herangehensweise an E-Learning-Projekte, sondern bieten auch Gelegenheit, ähnlich wie Maik Riecken, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Die zentralen Fragen, die sich Maik dabei stellt, sind nicht einfach zu beantworten:

  • Wofür halte ich mittlerweile Moodle?
  • Was sehe ich an Moodle kritisch?

Moodle ist ein Werkzeug. Nicht mehr und nicht weniger. Moodle alleine kann nichts verändern, kann keine didaktischen Konzepte umkrempeln und kann schon gar nicht die Lehre von Grund auf revolutionieren. Moodle kann unterstützen und manche Tätigkeit im Lehralltag erleichtern.

Um mit Moodle wirklich Erfolge feiern zu können, bedarf es mehr als ein einfacher Einsatz als Content-Managment-System oder Diskussions-Plattform. Die Kreativität der Lehrenden ist gefragt, aufbauend auf ein grundlegendes Verständnis der Basiskonzepte von Moodle, u.a. Konstruktivismus. Wie Maik Riecken völlig richtig ausführt, wird in vielen Fällen Moodle nur zur Abbildung der Realität in einer virtuellen Welt genutzt. Schade. Moodle kann mehr, wenn man möchte und kann.

An Moodle selbst ist sicher einiges kritisch zu hinterfragen, jedoch muss auch hervorgehoben  werden, dass sich in den letzten Versionen zahlreiche Verbesserungen eingefunden haben und viele (kreative) Möglichkeiten zur Nutzung eröffnet werden.

Vielmehr kritisch zu hinterfragen ist der Einsatz von Moodle an sich. Um Moodle effektiv zu nutzen sollte eine gute Synthese zwischen fachlich versierten Systembetreuern (Administratoren), E-Learning-Spezialisten (Medienkompetenten) und den eigentlichen Lehrenden bestehen. So kann sich jeder Beteiligte auf das konzentrieren, was er am besten kann, und gemeinsam mit den anderen ein Ziel verfolgen. Leider zeigt die Realität, dass in vielen Bereichen Moodle von einzelnen Enthusiasten betrieben wird (was auch keinesfalls als schlecht zu sehen ist, bitte nicht falsch verstehen), jedoch kann so in den seltensten Fällen das Potenzial von Moodle auch nur annähernd ausgeschöpft werden. Werden diese Umstände wirklich immer nur durch finanzielle Probleme oder nicht auch durch zu starre und traditionelle Lehrmethoden herbeigeführt, die keinen innovativen Einsatz von Medien erlauben? Wahrscheinlich spielen beide Punkte eine Rolle, nur mit welcher jeweiligen Gewichtung?

Einzelkämpfer statt Teamarbeit. Ist dieses Handeln heute noch zeitgemäß? In einer Welt, die von immer mehr Informationen getrieben wird, begleitet von einem technologischen Fortschritt, den viele gar nicht mehr wahrnehmen können… Man kann nicht alleine alles wissen. Unmöglich. Das kollektive Wissen ist gefragt. Moodle kann – richtig eingesetzt – hierzu einen wertvollen Beitrag leisten.

Das kollektive Wissen ist letztendlich auch das, worauf m.E. Moodle baut: die Moodle-Community. Ein Open Source Produkt mit derzeit ca. 28 Mio. Nutzern (hierbei handelt es sich “nur” um die registrierten Moodle-Seiten) und einer großen Community. Jedoch wenn man sich die Statistiken ansieht, fragt man sich, wo der Großteil der Community zu suchen ist?! Selbst wenn es “nur” 1,8 Mio. Moodle-Lehrende oder Personen mit der entsprechenden Rollenzuordnung gibt, ist das eine beinah unvorstellbare Menge. Die Moodle-Community zählt zur Zeit “gerade mal” knapp 630 000 registrierte User. Und von denen ist wieder nur ein geringer Anteil in den Foren von moodle.org aktiv oder helfen bei der Programmierung / Weiterentwicklung (in welcher Form auch immer). Und der Rest?

Die Moodle-Community wäre und ist eines von etlichen guten Beispielen für kollaboratives selbstgesteuertes Lernen. Daran sollte jeder Moodle-Nutzer teilnehmen, um selbst zu erfahren, wie so etwas aussehen und wie gegenseitige Hilfestellung zum Erfolg führen kann.

Weiterhin kritisch angemerkt werden muss, dass viele E-Learning-Verantwortliche an (Hoch)Schulen keinen Unterschied zwischen Open Source und gratis sehen oder ihn womöglich gar nicht kennen (Das ist aber ein generelles Problem, mit dem fast alle Open Source Projekte zu kämpfen haben). Open Source kann nur dadurch erfolgreich sein, wenn jeder, der von dem Produkt profitiert, auch seinen Anteil wieder an die Community zurück gibt – in welcher Form auch immer. Wenn aber der “Rücklauf” zu gering ist, muss das Projekt anderweitig am Leben erhalten, finanziert werden, sei es durch Spenden oder eben kommerzielle Unterstützung, wie im Falle von Moodle durch die Moodle-Partner.

“Die weitere Entwicklung von Moodle ist mir noch zu ungewiss. Innerhalb der Moodlecommunity verschränken sich für mich wirtschaftliche und ideelle Kräfte ohne klare Trennung wie in anderen OpenSource-Projekten üblich, sodass ich noch viel weniger als sonst weiß, wer von freiem Content wirklich profitiert.” Maik Riecken

Aber vielleicht macht es gerade diese Mischung aus: Ein Open Source Projekt, welches technisch ansprechend betreut wird, und Lehrende, die sich gestützt auf eine bewährte Plattform, auf ihre Hauptaufgaben, das Lehren und Content-Erstellen, konzentrieren können!? Open Content ist auf jeden Fall wünschenswert und profitieren können davon alle Lehrenden.  Leider sind nur die wenigsten Lehrenden bereit, ihre Materialien anderen zu überlassen, aus welchen Gründen auch immer. Innerhalb der Institution ist das manchmal sogar schon ein Problem. Hier bedarf es wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit…

Und wenn man dann auch noch versucht, Content und Kurse über geographische Grenzen hinweg zu tauschen, wird es ein beinahe unmögliches Unterfangen, aber es gibt doch Hoffnung, zumindest Peter Sereinigg und einige andere sind bereit, es zu versuchen. Vielleicht gelingt es (uns) doch hier, etwas zu bewegen. Wer es nicht versucht, kann es auch nicht schaffen.

Mein persönliches Zwischen-Resümee mit Moodle?

Auch eine jahrelange Nutzung von Moodle ist nicht ausreichend, um behaupten zu können, man hat alle Facetten des Systems kennengelernt und man hat jedes beliebige Anwendungsszenario durchgespielt. Die Erfahrung ist jedoch ausreichend, um festzustellen, wie Moodle falsch eingesetzt werden kann.

Nur PPT-Folien zum Download in Moodle zur Verfügung zu stellen, hat absolut nichts mit selbstbestimmten Lernen zu tun. Das kann mit jeder beliebigen Webseite (auch mit Zugangsbeschränkungen) realisiert werden, dafür braucht es kein komplexes Werkzeug wie Moodle. Und sicher ist es auch zu wenig nur Tests zur (Wissens-)Überprüfung zur Verfügung zu stellen, denn auch das hat (fast) nichts mit selbstgesteuertem Lernen zu tun.

Lernende ihr Wissen selbst generieren zu lassen, idealerweise kollaborativ, hierin ist eine Stärke von Moodle zu sehen – und da gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Dazu müssen aber Lehrende zu einer Rollenänderung bereit sein: weg vom reinen Lehrenden hin zu einem Trainer und Moderator, der bei der Erarbeitung von Wissen unterstützt.

Und: Das Wichtigste ist die richtige Motivation der Lernenden, denn die besten Konzepte nützen nichts, wenn keiner partizipiert.

In diesem Sinne, auf weitere Jahre mit Moodle!