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	<title>Bloghauszweinull &#187; E-Learning Literatur Klassiker</title>
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	<description>mitten im e-Learning; Treffen im virtuellen Wald</description>
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		<title>E-Learning und Fernstudium &#8211; zwei Welten?</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 19:19:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dorit Günther</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus dem Medienalltag]]></category>
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		<category><![CDATA[Distance Education]]></category>
		<category><![CDATA[E-Learning Literatur Klassiker]]></category>
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		<description><![CDATA[Dass im Fernstudium die elektronischen Medien sinnvolle Möglichkeiten liefern, räumliche Distanz zu überwinden, den Informationsfluss sowie Kommunikationsprozesse zu vereinfachen und gar gemeinsames Lehren &#38; Lernen im virtuellen Raum zu ermöglichen, scheint auf der Hand zu liegen. Die Realität zeichnet jedoch ein anderes Bild: In der Praxis des Fernstudiums konnten sich E-Learning-Konzepte bislang nicht durchsetzen. Viele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass im Fernstudium die elektronischen Medien sinnvolle Möglichkeiten liefern, räumliche Distanz zu überwinden, den Informationsfluss sowie Kommunikationsprozesse zu vereinfachen und gar gemeinsames Lehren &amp; Lernen im virtuellen Raum zu ermöglichen, scheint auf der Hand zu liegen. Die Realität zeichnet jedoch ein anderes Bild: In der Praxis des Fernstudiums konnten sich E-Learning-Konzepte bislang nicht durchsetzen.</p>
<p>Viele etablierte Fernstudienanbieter im deutschsprachigen Raum setzen &#8211; mit Erfolg &#8211; auf ein altbewährtes Konzept bestehend aus dem postalischen Versand gedruckter Studienbriefe und &#8211; als (benotete) Lernübung für die Fernstudenten &#8211; aus Einsendeaufgaben per Papier &amp; Post. Für die Lehre (Vorträge, Workshops,  u. ä.), persönliche Interaktion sowie Klausuren werden pro Semester einige (selten mehr als 2) Präsenztreffen angeboten. (So das Konzept &#8211; auf eine bewusst vereinfachte Formel gebracht.) Und das trotz 10 Jahren &#8220;E-Learning-Hype&#8221; (die ja bekanntlich bei einigen Early Adopters mittlerweile in Desillusionierung umgeschlagen ist).</p>
<p>Funktioniert das Fernstudium also auch ohne E-Learning-Anteil? Warum sollte man an dem bewährten Konzept etwas ändern?</p>
<p>Im Sommer 2008 stand die FernUniversität Hagen in der Kritik, rückständige Lehre zu betreiben, was sich durch fehlende Integration des Internets manifestiere (WDR-Bericht, basierend auf einer Vergleichsstudie zur Internetnutzung an deutschen Hochschulen; siehe Artikel dazu in der &#8220;<a title="Fernstudium Rundschau - Artikel: FernUni Hagen in der Kritik" href="http://www.fernstudium-rundschau.de/fernuni-hagen-in-der-kritik-1625" target="_blank">Fernstudium Rundschau</a>&#8220;, Online-Magazin von &#8220;Fernstudium-Infos.de&#8221; von Markus Jung).  (Interessant ist auch die Resonanz von Fernstudenten im Blog &#8220;<a title="Blog Meine Fernuni" href="http://www.fernuni.me/blog/fernuni-hagen-in-der-kritik-was-ist-dran.html" target="_blank">Meine Fernuni</a>&#8220;.)</p>
<p>Für die &#8220;<strong>Arbeitsgemeinschaft für das Fernstudium an Hochschulen</strong>&#8221; (AG-F) war diese Diskussion einer der Auslöser, sich wissenschaftlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. So lautet das Thema der diesjährigen Frühjahrstagung (s. <a title="AG-F Frühjahrstagung 2009" href="http://ecampus.zfuw.uni-kl.de/Plone/news/programm-der-fruhjahrstagung/" target="_blank">AG-F Frühjahrstagung in Hagen</a>, 25. bis 26. Mai 2009) &#8220;<strong>Wie viel E-Learning braucht das Fernstudium</strong>?&#8221;.</p>
<p>Eine interessante Eröffnung der Tagung bot der AG-F Vorsitzende Dr. Burkhard Lehmann mit dem Hinweis auf die Eigenart der deutschsprachigen Fachwelt rund um Didaktik &amp; Medien, die sich in das Lager &#8220;E-Learning&#8221; und das Lager &#8220;Distance Education&#8221; aufspalte &#8230; bzw. deutlich weniger Bezugnahme aufeinander zeige, als die vergleichbare englischsprachige Community. Deutlich wird dies mit Blick auf die Fachliteratur: Jochen Robes hat in seinem &#8220;Weiterbildungsblog&#8221; eine Zusammenstellung der Standard-<strong>Literatur zu E-Learning</strong> veröffentlich: <a title="Unsere e-Learning Klassiker (Weiterbildungsblog von Jochen Robes)" rel="bookmark" href="http://www.weiterbildungsblog.de/2009/05/22/unsere-e-learning-klassiker/" target="_blank">Unsere e-Learning Klassiker</a> &#8211; die Liste basiert auf einer Umfrage bei ausgewählten Experten im Bereich E-Learning. Bei diesen Klassikern spielt das Thema Distance Education kaum eine Rolle. &#8211; Anknüpfungspunkt war eine ähnliche Liste des  E-Learning bezogenen Literaturkanons im englischsprachigen Raum:  Im Blog &#8220;e-learning &amp; distance education&#8221; von Tony Bates sind &#8220;<a title="Blog von Tony Bates" href="http://www.tonybates.ca/2009/05/07/the-eight-classic-e-learning-publications/" target="_blank">The Eight Classic e-Learning publications</a>&#8221; im Vergleich zu betrachten. Auffällig ist, dass hier das Thema Distance Education viel prominenter diskutiert wird &#8211; d.h. Distance Education <em>ist </em>Ausgangspunkt und zentrales Anwendungsfeld für  E-Learning.</p>
<p>Mit der Frage nach den zwei Welten bzw. warum &#8220;E-Learning&#8221; nur in eingeschränktem Ausmaße Eingang in die Fernstudienkonzepte gefunden hat, beschäftigen sich auch die Referenten auf der Tagung (z. B.: &#8220;Die Zukunft des Fernstudiums liegt im E-Learning&#8221;, &#8220;E-Learning und Distance Education &#8211; kein Widerspruch&#8221; oder die empirische Studie &#8220;E-Learning im Kontext der internationalen Fernstudienforschung&#8221;).</p>
<p>Bei der AG-F Tagung blieb die Antwort auf die Frage, wie viel E-Learning das Fernstudium braucht, offen. Es fehlte &#8211; zumindest in dieser Runde &#8211; auch die Darstellung der Position &#8220;mehr E-Learning ist nicht erforderlich&#8221;.</p>
<p>In den Vorträgen und Diskussionsrunden herrschte der Konsens, dass E-Learning-Anteile wertvoll &#8211; und auszubauen -  sind, um z. B. mehr <strong>soziale Präsenz</strong> zu erreichen. Zudem müssen sich die Anbieter auf die zukünftige Kundschaft einrichten, die mit mehr digitaler Mediennutzung sozialisiert wurden (siehe zur <strong>Frage der Netgeneration</strong>: Rolf Schulmeister: <a title="Rolf Schulmeister: Gibt es eine Netgerneration?" href="http://www.zhw.uni-hamburg.de/uploads/schulmeister-net-generation_v2.pdf" target="_blank">Gibt es eine &#8220;Netgeneration&#8221;?</a>).</p>
<p>Wobei zu berücksichtigen ist, dass die Anbieter postgradualer Fernstudiengänge es (derzeit noch) mit einer Generation von &#8220;Digitalen Immigranten&#8221; (meist Berufstätige in den 30ern und 40ern) zu tun haben, während die Anbieter grundständiger Studiengänge (bald) eine heranwachsende Generation &#8220;Digitaler Eingeborener&#8221; zu bedienen hat, die (vermutlich) eine größere Affinität zu digitalen Medien hat (z. B. Gewohnheit, soziale Netzwerke im virtuellen Raum zu bilden) und von einem Bildungsanbieter sogar erwartet, über diese Kanäle angesprochen zu werden.</p>
<p>An dieser Stelle eine Klarstellung: Was natürlich bei allen Fernstudienanbietern praktiziert wird, ist eine Nutzung von E-Mail und von Online-Plattformen zur Kommunikation und Organisation sowie zur Materialbereitstellung (Text im digitalen Format). Versteht man &#8220;E-Learning&#8221; im weit gefassten Sinne &#8211; nämlich als Einsatz von digitalen Medien im Lehr-/Lernkontext in den Bereichen E-Kommunikation, E-Kommunikation, E-Kollaboration, Online-Assessment sowie als Bereitstellung digitaler Materialien (s. <a title="Schaubild zu Einsatzfeldern von E-Learning ( (c) eTeaching Service Center, TU Kaiserslautern)" href="http://www.uni-kl.de/wcms/showpic.php?file=uploads%2Fpics%2Felearning.jpg&amp;width=800m&amp;height=600m&amp;bodyTag=%3Cbody%20bgcolor%3D%22black%22%3E&amp;wrap=%3Ca%20href%3D%22javascript%3Aclose()%3B%22%3E%20|%20%3C%2Fa%3E&amp;md5=6a8c5beeaed569bd1e299efc4a8cae6a" target="_blank">Schaubild des eTSC</a> ; siehe auch die <a title="Definition von E-Learning (Bildungsserver Wiki)" href="http://wiki.bildungsserver.de/index.php/E-Learning" target="_blank">E-Learning-Definition</a> im Bildungsserver-Wiki, die das weite Spektrum aufzeigt) &#8211; dann ist E-Learning im o.g. &#8220;altbewährten&#8221; Fernstudiumskonzept bereits verankert.</p>
<p>Von einem &#8220;E-Learning&#8221;-Angebot im engeren Sinne &#8211; nämlich einem didaktischen Szenario, das digitale (multimediale) Bildungsmedien und/oder Interaktionstechnologien für Lehr-Lernprozesse fruchtbar macht &#8211; kann jedoch nur dann gesprochen werden (da sind sich die meisten Vertreter der E-Learning und Distance Education Community einig), wenn <em>mehr</em> als die Bereitstellung von digitalisiertem Lehrtext nebst Info-Webseiten vorliegt, z. B. wenn im Rahmen eines Online-Seminars Lehr-Lern-<em>Interaktion</em> im virtuellen Raum stattfindet oder wenn medial aufbereitete Lerneinheiten wie Podcast, Animationen/Simulationen, WBTs oder Online-Quizzes angeboten werden. Dazu zählen auch fachlicher Austausch in moderierten Diskussionsforen sowie Online-Treffen in Virtuellen Klassenzimmern.</p>
<p>Die o.g. Szenarien werden von den Fernstudienanbietern (in unterschiedlichem Ausmaße) auch angeboten &#8211; meistens jedoch als freiwilliges Zusatzangebot (z. B. Teilnahme an einem mehrwöchigen Online-Seminar als Ersatz für eine Einsendeaufgabe).</p>
<p>Das Problem bei einem flächendeckenden Angebot von Online-Seminaren ist:  Aus didaktischer Sicht ist für ein produktives Interagieren eine Gruppengröße von ca. 30 Teilnehmern nicht zu überschreiten. Für Studiengänge mit weit mehr Fernstudenten müssten also ein Vielzahl solcher Online-Arbeitsgruppen/Seminare eingerichtet sowie technisch und fachlich betreut werden, was für den Anbieter einen &#8211; oftmals <em>zu</em> &#8211; hohen Organisationsaufwand sowie Kostenfaktor darstellt.</p>
<p>In der praktischen Umsetzung bringen E-Szenarien nämlich häufig neue Probleme mit sich &#8211; sei es die Qualitätssicherung der E-Tutorenarbeit (z. B. Copyrightfragen von Material, das Tutoren online bereitstellen), oder sei es das Konfliktpotential, das entsteht, wenn Fernstudenten unterschiedlicher Studiengänge oder Arbeitsgruppen (unmoderiert) online in Kontakt treten und z. B. Lernmaterial oder Serviceleistungen vergleichen.</p>
<p>Trotz der angesprochenen Probleme (Mehraufwand/Kosten, Qualitätssicherung, Medienkompetenz, Schulungsbedarf) wurde von den anwesenden Repräsentanten deutscher Fernstudienanbieter der Trend artikuliert &#8220;Künftig sollen im Fernstudium mehr E-Learning-Anteile angeboten werden&#8221;. &#8211; Man kann also gespannt sein auf die weitere Entwicklung des Fernstudienmarktes.</p>
<p><em>Noch ein persönliche Fußnote: Der Frage nach den zwei &#8211; getrennten? &#8211; Welten werde ich in nächster Zeit in der Praxis nachgehen können, da ich von der Welt des E-Learning (konzeptionelle und praktische E-Teaching-Unterstützung von Lehrenden der TU Kaiserslautern) in die Welt des Fernstudiums wechsele (Koordination eines postgradualen Fernstudienganges am DISC der TU Kaiserslautern). Ob die Schnittmenge doch größer ist, als vermutet? Ein E-Teaching-Kollege riet mir jedenfalls, im Kontext der <strong>D</strong>istance Education einfach von &#8220;D-Learning&#8221; zu sprechen, wenn ich E-Learning meine &#8211; dann versteht mich die Fernstudiumswelt gleich. <img src='http://bloghauszweinull.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
</em></p>]]></content:encoded>
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